Günstiger Telefonieren und SMS im Ausland seit 1. Juli 2009 – Wer nach dem Urlaub mit Schrecken eine hohe Telefonrechnung vorfindet, der kann sich nun auch juristisch wehren: Die Telefonkosten beim Roaming in der EU wurden der Höhe nach begrenzt. An der Regelung sind maßgeblich auch die Verbraucherzentralen beteiligt gewesen. Weiterhin sind jedoch besonders hohe und insg. noch unangemessene Entgelte beim Datentransfer zu kritisieren.

Urlaubs-Tipp: Wirtsachaftlich ist der Datenabruf (z. B. E-Mails) in Internet-Cafes zu empfehlen. Aus Sicherheitsgründen sollte man dann wichtige Mitteilungen dort nicht empfangen und senden und nach dem Urlaub mal wieder das Passwort ändern.

Rechtsanwalt Siegfried Exner, Kiel – www.jur-blog.de

begrüßt neue EU-Roamingentgelte – Transfer von nach wie vor zu teuer

Der Verbraucherzentrale Bundesverband begrüßt die ab heute gültige weitere Absenkung der Preise für grenzüberschreitende Mobilfunkverbindungen. „Wer aus dem Urlaub an der Adria oder auf Mallorca telefonische Grüße oder eine SMS in die Heimat sendet, den wird künftig keine exorbitant hohe Telefonrechnung mehr schocken “, so Vorstand Gerd Billen. Wer allerdings nicht auf die aktuellen Lotto- oder Bundesligaergebnisse im Internet verzichten will, sollte nach wie vor zurückhaltend sein. Denn beim sogenannten Datenroaming wurde das Preislimit lediglich auf 1 Euro/MByte gesetzt.

Ab 1. Juli werden diejenigen, die einen anderen EU-Mitgliedstaat als Urlaubsziel gewählt haben und dort mobil erreichbar sein wollen, billiger telefonieren und SMS versenden können. Ab dann dürfen die Kosten für Mobiltelefonate (ohne Sondernummern) innerhalb der Europäischen Union 43 Cent/Minute für ausgehende Gespräche und 19 Cent/Minute für eingehende Gespräche (jeweils zzgl. MWSt) nicht überschreiten. Bis 2012 sollen diese Beträge im Jahresabstand jeweils zum 1. Juli auf 35 Cent/Minute bzw. 11 Cent/Minute sinken. Für den Versand von Kurznachrichten (SMS) innerhalb der EU dürfen die Mobilfunkanbieter ihren Kunden ab Juli maximal 11 Cent (netto) in Rechnung stellen. Die Kostenvorgaben der EU gelten auch für Mobilfunkkunden mit Guthabenkarten.

Über viele Jahre hatten die Verbraucher unangemessen hohe Preise für grenzüberschreitendes Telefonieren (Sprachroaming) innerhalb Europas zahlen müssen. Erst 2007 wurde mit der europäischen Roamingverordnung von der EU-Kommission mit Zustimmung des Europäischen Parlaments dem grenzenlosen Preisgebaren der Anbieter ein Riegel vorgeschoben. Die ursprünglichen Preisvorgaben der Verordnung wurden zwischenzeitlich fortgeschrieben, ihr Geltungsbereich auf den SMS-Versand beziehungsweise Empfang und die mobile Internetnutzung via (Datenroaming) ausgeweitet.

Datenroaming nach wie vor teuer

Grundsätzlich positiv bewertet der Verbraucherzentrale Bundesverband, dass erstmalig auch das Herunterladen von Daten in den Geltungsbereich der Roaming-Verordnung einbezogen ist. Für einige Verbraucher gab es nach der Nutzung des mobilen Internets im Urlaub böse Überraschungen beim Blick auf die Telefonrechnung. Rechnungen über mehrere Tausend Euro waren keine Seltenheit. Solche Schockerlebnisse sollen nach dem Willen der Europäischen Union der Vergangenheit angehören. Allerdings ist dieser Vorsatz nach Auffassung des Verbraucherzentrale Bundesverbands auf halbem Wege stehen geblieben. So ist das Limit von 1 Euro/1 MByte auf der Großhandelsebene eindeutig zu hoch angesetzt, wenngleich es bis 2012 auf 0,50 Cents/1 MByte sinken soll. Denn bereits heute gibt es Einzelangebote von 25 Cent/1 MByte.

vzbv.de, PM 01.07.2009

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