Einer Revolution der bislang beschränkten Anzahl der Top-Level-Domains kommt der Beschluss des gleich. Demnach soll es künftig auch Top-Level-Domains (1) frei wählbar und (2) käuflich zu bekommen geben. Der Kreis der Berechtigten ist jedoch begrenzt, insb. sollen keine Privatpersonen die neuen Top-Level-Domains beantragen können. Weiterhin soll der Preis – nicht zuletzt wegen des zu betreibenden technischen Aufwandes – beträchtlich sein: Erste Berichte sprechen von 100.000,– EUR pro neuer .

Betrachtet man jedoch die kommerziellen Möglichkeiten einer derart lukrativen Ressource, so kann dieser Preis auch als angemessene Vergütung für ein neues Geschäftsmodell angesehen werden. Es sollen also Domain-Grabber allein aufgrund des Preises abgeschreckt werden. Bleibt abzuwarten, ob diese Kalkulation aufgeht. Sehr positiv wertete jedenfalls der Verband BITKOM das neue Angebot:

BITKOM begrüßt Startschuss für neue Internet-Namen

Berlin, 27. Juni 2008 – Beim Namen für die eigene Webseite haben Unternehmen und Bürger in Zukunft mehr Möglichkeiten: Die zuständige Internet-Verwaltung ICANN hat auf ihrer Sitzung in Paris am Donnerstag grundsätzlich grünes Licht für neue Homepage-Endungen („Top Level Domains“) gegeben. Bald sind nicht nur Länderkennungen wie .de und andere bekannte Kürzel wie .com, .net und .org möglich. Auch Städte und Regionen können künftig eigene Webseiten-Endungen haben. So sind in Deutschland Bewerbungen für die Adressen .berlin und .hamburg geplant. „Damit wird das Internet noch flexibler und vielseitiger“, sagte der Präsident des Bundesverbandes BITKOM, Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer, in Berlin.

Mit der Entscheidung vom Donnerstag hat ICANN der Erweiterung des Internet-Namensraums zwar grundsätzlich zugestimmt. Die Nutzer müssen sich aber noch mindestens bis 2009 gedulden, ehe sie Webseiten mit den neuen Endungen registrieren können. Zuerst müssen interessierte Städte, Regionen und Unternehmen die gewünschten Namensräume beantragen. Die nötige Ausschreibung startet nach der Einschätzung des BITKOM frühestens im zweiten Quartal des nächsten Jahres.

„Einzelne Homepages mit den neuen Endungen sollen dann nach einem fairen und transparenten Verfahren vergeben werden“, sagt BITKOM-Präsident Prof. Scheer. „In der Startphase muss verhindert werden, dass große Mengen an Domains zu Spekulationszwecken reserviert werden.“ Dazu hat ICANN in den vergangenen Monaten Regeln entwickelt. Unternehmen und Bürger mit berechtigten eigenen Interessen sollen in den ersten Monaten Vorrang haben. Eine solche so genannte „Sunrise“-Periode hat sich Scheer zufolge bereits bei der Einführung der Endung .eu bewährt. Sie ist unter anderem auch bei der Domain-Endung .berlin vorgesehen.

Neben Städte-Kürzeln wie .berlin sind regionale Endungen wie .bzh für die französische Bretagne oder .quebec für die gleichnamige kanadische Provinz im Gespräch. Auch neue themenbezogene Kennungen wie .sport oder Domain-Endungen für große Unternehmen und Institutionen sind denkbar. Wie die Zulassung im Detail läuft, muss ICANN noch entscheiden.

Rechtsanwalt Siegfried Exner, Kiel – www.jur-blog.de

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