Der neue eBook-Reader von soll eine Vorlesefunktion besitzen. Und damit fängt das rechtliche Problem schon an: Wie eine Meldung vom 11.02.2009 auf Urheberrecht.org mitteilte, sieht der US-Schriftstellerverband in dem automatisierten Vorlesen eine Tonaufführung und damit eine Verletzung der Audio-Rechte der Autoren. Dabei stünden sich der Ansicht Paul Aiken Geschäftsführer der Authors Guild aber andere Rechtsauffassungen entgegen. Das Vorlesen könnte als Recht auf private zulässig sein.
Nachfolgend sind die deutschen Rechtsgrundlagen wieder gegeben:

§ 19 UrhG [Vortrags-, Aufführungs- und Vorführungsrecht]

(1) Das Vortragsrecht ist das Recht, ein Sprachwerk durch persönliche Darbietung öffentlich zu Gehör zu bringen.
(2) Das Aufführungsrecht ist das Recht, ein Werk der Musik durch persönliche Darbietung öffentlich zu Gehör zu bringen oder ein Werk öffentlich bühnenmäßig darzustellen.
(3) Das Vortrags- und das Aufführungsrecht umfassen das Recht, Vorträge und Aufführungen außerhalb des Raumes, in dem die persönliche Darbietung stattfindet, durch Bildschirm, Lautsprecher oder ähnliche technische Einrichtungen öffentlich wahrnehmbar zu machen.
(4) Das Vorführungsrecht ist das Recht, ein Werk der bildenden Künste, ein Lichtbildwerk, ein Filmwerk oder Darstellungen wissenschaftlicher oder technischer Art durch technische Einrichtungen öffentlich wahrnehmbar zu machen. Das Vorführungsrecht umfaßt nicht das Recht, die Funksendung oder öffentliche Zugänglichmachung solcher Werke öffentlich wahrnehmbar zu machen (§ 22).

§ 21 UrhG [Recht der Wiedergabe durch Bild- oder ]

Das Recht der Wiedergabe durch Bild- oder Tonträger ist das Recht, Vorträge oder Aufführungen des Werkes mittels Bild- oder Tonträger öffentlich wahrnehmbar zu machen. § 19 Abs. 3 gilt entsprechend.

§ 23 UrhG [Bearbeitungen und Umgestaltungen]

Bearbeitungen oder andere Umgestaltungen des Werkes dürfen nur mit Einwilligung des Urhebers des bearbeiteten oder umgestalteten Werkes veröffentlicht oder verwertet werden. Handelt es sich um eine Verfilmung des Werkes, um die Ausführung von Plänen und Entwürfen eines Werkes der bildenden Künste, um den Nachbau eines Werkes der Baukunst oder um die Bearbeitung oder Umgestaltung eines Datenbankwerkes, so bedarf bereits das Herstellen der Bearbeitung oder Umgestaltung der Einwilligung des Urhebers.

Rechtsanwalt Siegfried Exner, Kiel – www.jur-blog.de

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