Viereinhalb Jahre hat das Verfahren gegen die Moorhuhn-Erfinder gedauert. Nachdem das Spiel zum Kult geworden war, hatten die Entwickler zur Vermarktung die Firma Phenomedia gegründet und konnten mit dem nachgeworfene Geld kein tragfähiges Geschäft aufbauen. Ver Gericht ahben Sie gestanden, Bilanzen des Unternehmens mit Scheinumsätzen über Jahre hinweg aufgebläht zu haben. Wegen , und Bilanzfälschung wurde daher der ehemalige Firmenchef zu drei Jahren und zehn Monaten verurteilt, der Ex-Finanzvorstand zu drei Jahren. Wie auf golem.de gemedet wurde, soll die Haftsrafe aber im offenen Vollzug abgebüßt werden:

Golem: Haftstrafen für ehemalige Phenomedia-Vorstände

golem.de – 13.02.2009 17:23
(…) Auf Nachfrage vom Golem.de erklärte Thorsten Wienecke, ein Sprecher des Bochumer Landgerichts, dass die beiden ehemaligen Phenomedia-Manager in den offenen Vollzug kämen. Die Verurteilten könnten tagsüber arbeiten, und müssen sich nur in der Nacht in der Haftanstalt aufhalten. Zur Bewährung könnten die langen Haftstrafen jedoch nicht verhängt werden, so Wienecke.
Ursprünglich saßen zu Prozessbeginn sechs Personen auf der Anklagebank. Gegen zwei ergingen schon vor längerer Zeit Bewährungsstrafen. „Für zwei weitere Angeklagte wurde das Verfahren gegen Auflagen eingestellt“, erklärte Wienecke weiter. (asa)

In der Regionalzeitung Kieler Nachrichten vom 13.02.2009 wird aus dpa-Meldungen zitiert:

„Die Angeklagten hatten die Phenomedia AG 1999 an die Börse gebracht. «Wir wurden mit fremden Geld nur so zugeworfen, aber wir hatten nicht die Fähigkeit, damit umzugehen», sagte der 39-Jährige. Unter dem stetig wachsenden Druck des Neuen Marktes habe man sich schließlich gezwungen gesehen, immer neue Rekordzahlen zu präsentieren. Zu diesem Zweck seien regelmäßig Umsätze vorgetäuscht und entsprechende Verträge gefälscht worden. «Ich habe Fehler gemacht, schlimme Fehler», sagte der frühere Vorstandsvorsitzende.
Laut Staatsanwaltschaft entstand durch Scheingeschäfte, erschwindelte Kredite und Untreue-Handlungen ein Schaden im deutlichen zweistelligen Millionenbereich. Die Anklagebehörde hatte Strafen von viereinhalb beziehungsweise dreieinhalb Jahren gefordert. Angesichts der langen Verfahrensdauer legte die 6. Strafkammer im Urteil fest, dass von den nun verhängten Haftstrafen je 15 Monate bereits als verbüßt gelten.“

Das Moorhuhn ist tot, es lebe das Moorhuhn

Die Fans des kultigen Federfiehs können aber beruhgt sein. Die Firmenchefs müssen weiter um überlange Pausen der Mitarbeiter besorgt sein. Die Unternehmung der Moorhuhn-Erfinder wurde weiter geführt und die Rechte am Moohrhuhn übertragen. Damit konnte dem sterbenden Tierchen neues Leben eingehaucht werden. Es ist also weiter mit neuen Auflagen und Spielen zu rechnen. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann flattern sie noch weiter …

Rechtsanwalt Siegfried Exner, Kiel, www.jur-blog.de

Kommentieren

Sie müssen angemeldet sein, um kommentieren zu können.

Rechtsanwalt
ra_exner_kiel.jpg

Siegfried Exner
Knooper Weg 175
24118 Kiel

Beratung
Terminabsprachen und Annahme von Mandaten unter
Tel. 0431 / 888 67-21
Mobil 0179 / 40 60 450.
Rechtsthemen
Gesetze
gesetzbuch24.de

Netzwerken
Trackbacks? Beim eigenen Artikel verlinken, indem nach der jur-blog-URL des Artikels ein ´trackback/´ eingegeben wird. Fertig!