Gleichzeitig tauchten in den am 18.08.2009 Berichte über explodierende iPhones, überhitzte oder gar brennende Geräte auf. Während das sonst so kritische Online-Portal eher abwiegelte („… sind Einzelfälle“) titelte DerWesten „EU-Kommission lässt explodierende iPhones prüfen“. Nicht die oder Verbraucherzentralne, sondern auf die EU-Kommission ist auf die Mißstände aufmerksam geworden. Doch auch die unterliegt den Gesetzen des Marktes bzw. dort durchgeführte Prüfungen werden nicht selten von Wettbewerbern angeregt.
In Jedem Fall wird der nach dem Produkthaftungsgesetz oder für das Gerät aus Sachmängelhaftung Schäden ausgleichen müssen. Das gilt z. T. auch, wenn sich die oben genannten Fälle nicht als „Ausreißer“ bzw. „Einzelfall“ darstellen.

Rechtsanwalt Siegfried Exner, Kiel – www.jur-blog.de

Auszüge aus den vorzitierten Meldungen:

EU-Kommission lässt explodierende iPhones prüfen

DerWesten – Technik, 18.08.2009, Katrin Teschner – Brüssel. In Europa häufen sich die Beschwerden von Verbrauchern über explodierende, brennende oder überhitzte iPhones. Nun will auch die EU-Kommission in Brüssel die Vorfälle prüfen. Hersteller Apple sieht offenbar kein generelles Problem mit dem Gerät.
Ein iPhone zersplittert und verletzt einen Jugendlichen in Frankreich am Auge; in den Niederlanden geht ein Gerät plötzlich in Flammen auf – und in Großbritannien berichtet ein Familienvater von einem Telefon, das förmlich in der Luft explodiert ist. […]

Die etwas bedächtiger Mitteilung aus

heise mobil -18.08.2009 14:11

Apple: Explodierende iPhones sind Einzelfälle

Nach Berichten über ein angeblich explodierendes iPhone sieht der Hersteller Apple kein „generelles Problem“ mit dem Gerät, sagte eine Sprecherin der EU-Kommission am heutigen Dienstag in Brüssel. Zuvor hatte die Verbraucherschutz-Abteilung der Behörde Apple aufgefordert, Informationen über mögliche Probleme mit iPhones oder iPods zu liefern.
Hintergrund sind Berichte über selbstzerstörende Geräte aus Großbritannien und Frankreich. […] (dpa) / (vbr[5]/c’t)

Rechtsgrundlage Produkthanftungsgesetz (PordHaftG)

§ 1 PordHaftG []

(1) Wird durch den Fehler eines Produkts jemand getötet, sein Körper oder seine Gesundheit verletzt oder eine Sache beschädigt, so ist der Hersteller des Produkts verpflichtet, dem Geschädigten den daraus entstehenden Schaden zu ersetzen. Im Falle der Sachbeschädigung gilt dies nur, wenn eine andere Sache als das fehlerhafte Produkt beschädigt wird und diese andere Sache ihrer Art nach gewöhnlich für den privaten Ge- oder Verbrauch bestimmt und hierzu von dem Geschädigten hauptsächlich verwendet worden ist.

(2) Die Ersatzpflicht des Herstellers ist ausgeschlossen, wenn

  1. er das Produkt nicht in den Verkehr gebracht hat,
  2. nach den Umständen davon auszugehen ist, daß das Produkt den Fehler, der den Schaden verursacht hat, noch nicht hatte, als der Hersteller es in den Verkehr brachte,
  3. er das Produkt weder für den Verkauf oder eine andere Form des Vertriebs mit wirtschaftlichem Zweck hergestellt noch im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit hergestellt oder vertrieben hat,
  4. der Fehler darauf beruht, daß das Produkt in dem Zeitpunkt, in dem der Hersteller es in den Verkehr brachte, dazu zwingenden Rechtsvorschriften entsprochen hat, oder
  5. der Fehler nach dem Stand der Wissenschaft und Technik in dem Zeitpunkt, in dem der Hersteller das Produkt in den Verkehr brachte, nicht erkannt werden konnte.

(3) Die Ersatzpflicht des Herstellers eines Teilprodukts ist ferner ausgeschlossen, wenn der Fehler durch die Konstruktion des Produkts, in welches das Teilprodukt eingearbeitet wurde, oder durch die Anleitungen des Herstellers des Produkts verursacht worden ist. Satz 1 ist auf den Hersteller eines Grundstoffs entsprechend anzuwenden.

(4) Für den Fehler, den Schaden und den ursächlichen Zusammenhang zwischen Fehler und Schaden trägt der Geschädigte die Beweislast. Ist streitig, ob die Ersatzpflicht gemäß Absatz 2 oder 3 ausgeschlossen ist, so trägt der Hersteller die Beweislast.

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