Die Kriminalpolizei sucht über das Verbraucherschutzportal Antispam.de Geschädigte, die von den Firmen MintNet (Flensburg) und Mobile Solutions () Rechnungen erhalten oder gezahlt haben. Es geht um Rechnungen für Anrufe auf kostenpflichtige Dienste (Verkauf eines PKW) bzw. kostenpflichtige -Leistungen. Es soll laut Angaben der Kripo Kiel jeweils von Anfang an um Gewinnerzielung gegangen sein, ohne dass eine Leistungsbereitschaft bestand bzw. kontaktwillige Singels an den angeblichen Vermittlungsdienst teilnahmen.

Rechtsanwalt Siegfried Exner, Kiel – www.jur-blog.de

antispam.de – Polizeiliche Suchmeldung (dort verifizierte Adresse)

(…)
1.) Es wurden in Zeitungen und im Internet Anzeigen geschaltet, in welchen Autos weit unter dem Marktpreis angeboten wurden, so daß ein hohes Interesse seitens autosuchender Personen zu erwarten gewesen sein dürfte. Hier wurde eine Handynummer in den Inseraten genannt. Auf dieser war allerdings stets nur die Mailbox zu erreichen, welche mitteilte, daß man unter einer 0137- er- Rufnummer zu erreichen sei. Nach Ende der Bandansage vergingen dann mehrere Sekunden, bis ein Hinweis auf die Kostenpflichtigkeit in Höhe von 1 Euro pro Anruf erging. Es ist allerdings niemand bekannt geworden, der hier jemals durchgekommen wäre. Bei Anruf auf der 0137-er- Rufnummer erklang eine Bandansage mit dem Inhalt, daß derzeit keiner erreichbar sei und man es zu einem späteren Zeitpunkt neuerlich versuchen solle. Zu diesem Zeitpunkt allerdings erfolgte schon die die Abrechnung wegen Kostenpflichtigkeit. Gleichermaßen ist zu erkennen, daß es die Autos nicht gegeben haben dürfte, da in der Anzeige genannte technische Details von den Autoherstellern in keinem gängigen Modell kombiniert waren. Dies diente vermutlich nur dem Zweck, kaufwillige Interessenten dazu zu bewegen, hier – möglichst auch mehrfach – anzurufen.
In analoger Begehung ist es hier auch zur Nutzung von 0900-er- Rufnummern gekommen.

2. Über eine Internetseite whois: ———– wird ein Singleforum vorgetäuscht, in dem kontaktwillige Personen, welche sich auf der Suche nach Partnerschaft befinden, mit anderen Singles in Kontakt gelangen könnten. Die Kommunikation erfolgte allerdings ausschließlich über Moderatoren der Firmen, welche über eine lange Zeit versuchten, Kontaktwillige in eine Kommunikation per SMS einzubinden, wobei jede an die Kurzwahl geschickte SMS mit einem Betrag von 1,99 Euro abgerechnet wurde. Es darf hierbei bezweifelt werden, daß es auf dieser Internetseite überhaupt Kontaktwillige gegeben hat, da zu vermuten steht, daß jegliche Kommunikation über die Moderatoren abgewickelt wurde, weshalb es auch nie zu Treffen zwischen zwei reellen Personen gekommen sein dürfte. Die Werbung der möglichen Kunden erfolgte hierbei über die Auswertung von Internetforen und Konaktanzeigen, in denen Handynummern angegeben waren. Diese wurden durchsucht und die Handynummern unaufgefordert kontaktiert, verbunden mit der Maßgabe, Antworten an eine fünfstellige Kurzwahlnummer zu senden . Gleichermaßen ist denkbar, daß die Kurzwahlnummer in eine Mobilfunknummer eines Netzbetreibers eingearbeitet wurde. Hierzu wird eine Kurzwahl durch zwei Ziffern verlängert und mit einer entsprechenden Netzvorwahl versehen. Technisch gesehen wird dann die Kurzwahlnummer angerufen, obgleich man mutmaßlich eine Handynummer anwählte oder eine SMS auf diese verschickte.

Die derzeit bekannten Servicenummern der Firma MINTNET und / oder der MOBILE SOLUTIONS lauten ( nicht vollständig aufgeführt ):
22040, 22324, 30333, 31333, 33777, 43444, 44433, 44664, 45444, 55444, 55544, 55577, 55599, 57555, 72777, 77722, 77744, 77755, 40050, 44660, 77776

Die Kriminalpolizei Kiel hat in dieser Angelegenheit nunmehr folgende Fragen:
– Sind Sie möglicherweise auf eine der oben genannten Arten geschädigt worden ?
– Haben Sie aufgrund der genannten Anzeigen Kontakt zu einer kostenpflichtigen Service- Rufnummer gesucht, ohne daß Ihnen hierbei klar war, daß zum einen erhebliche Kosten entstehen würden und Sie evtl. auch nicht mit einer tatsächlich existenten Person kommunizieren würden?
– Haben Sie aus derartiger Kommunikation noch SMS auf dem oder Rechnungen mit Einzelverbindungsnachweisen vorliegen?
– Haben Sie sich gegebenenfalls bei einer dieser Firmen um eine Beschäftigung beworben und diese nachher abgelehnt?
– Können Sie sachdienliche Hinweise jeglicher Art zu den geschilderten Sachverhalten geben? (…)

Text von www.antispam.de

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