Artikel-Schlagworte: „Erotikfotos“

LG Kiel, 27.04.2009, Az. 4 O 251/05 – Red. Leitsätze:

  1. Der Klägerin steht gegen den Beklagten aufgrund der unberechtigten Veröffentlichung und Verbreitung erotischer Fotos von ihr über das Internet aus unerlaubter Handlung ein Schmerzensgeld wegen Verletzung ihres allgemeinen Persönlichkeitsrechts (§ 823 BGB, Art. 1 Abs. 1 und 2 Abs. 1 GG) sowie auch wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung (§ 826 BGB) zu.
  2. Indem er die so bearbeiteten Fotos in eine eigene Datei (mit der gezielt sexuelle Neugier weckenden Dateibezeichnung “…X …”) brachte und auf einer Tauschbörse anonym, d.h. ohne Hinweis auf seine eigene Urheberschaft, Dritten zum Betrachten wie auch zum Herunterladen präsentierte, hat er bewusst den Eindruck erweckt, die Klägerin betreibe auf diese Weise Werbung für sich und sei geneigt, den Geschlechtsverkehr mit jedem beliebigen unbekannten Mann durchzuführen.
  3. Die Tatsache, dass der Beklagte nicht aus kommerziellen Motiven gehandelt hat, ist entgegen seiner Ansicht kein Grund für eine Ermäßigung des Schmerzensgeldes, da er vorliegend allein von dem niedrigen Beweggrund getrieben war, sich an der Klägerin, die sich auf eine Fortführung der Beziehung mit ihm nicht einlassen mochte, zu rächen.

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Das Thema der persönlichen Bilder im Internet wird häufig zu kurz angesprochen. Insbesondere dort, wo es die falsche Profilbilder – sogenannte Fakes – bei den großen Plattformen (StudiVZ, SchülerVZ, Xing, u.a) betrifft, fängt der Ärger an. Da die eigentlichen Übeltäter nicht direkt zu ermitteln sind, geht es zunächst um die Löschung. Noch weitere Verbreitung finden uploads, die auf Plattformen wie flickr.com oder YouTube eingestellt werden. Der Unterlassungsanspruch muss schnellstens gegen den Betreiberder Plattfrom angemeldet werden und die Sperrung, später Löschung des Profils erfolgen. Notwendige Daten des zunächt unbekannten Verletzers sind zu ermitteln. Besonders dramatisch sind weitere Verstöße mit erotischen Bildern. Hier werden Persönlichkeitsrechte verletzt und mitunter sogar schon Straftaten begangen. Ob Aktfotographie oder Handy-Video von privaten Sexspiel: Ohne die Zustimmung aller Berechtigten ist die Veröffentlichung unzulässig. Geradezu dramatisch sind die mittlerweile zunehmenden Fälle, in denen Bilder und Videos von Jugendlichen auftauchen.

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Siegfried Exner
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