Mit einem Artikel vom 12.01. warnt nun auch die Plattform Computerbetrug.de vor einigen einschlägigen dubiosen Online-Diensten. In einer Pressemitteilung vom 13.11.2008 hatte schon die Baden-Württemberg deutlich die Verdächtigen benannt. Es seien dies die Online-Anbieter von ‚nachbarschaftspost‘, ‚opendownload‘ und ‚mega-downloads‘, die zum Teil mit Inkassofirmen und Anwälte machen Druck machten. Offensichtlich sind die so gewarnten Verbraucher nun zu den Anwälten gekommen und es ist – mal wieder – eine mühsehlige und lange Abwehrschlacht zu erwarten.

Rechtsanwalt Siegfried Exner, Kiel – www.jur-blog.de

Surfer in den Fängen von Internet-Abzockern – Inkassofirmen und Anwälte machen Druck

Massenhaft sehen sich derzeit Internetnutzer mit Forderungen der Online-Anbieter von ‚nachbarschaftspost‘, ‚opendownload‘ und ‚mega-downloads‘ konfrontiert. Mit Schreiben von Inkassobüros und Rechtsanwälten versuchen die Anbieter, ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen und die Verbraucher abzukassieren. Die Verbraucherzentrale rät, sich durch die Drohkulisse nicht einschüchtern zu lassen.

Im April 2008 hatte der Anbieter von ‚Nachbarschaftspost‘ mit illegalen Anrufen auf ‚wichtige‘ Mitteilungen aus der Nachbarschaft hingewiesen, die über eine Internetseite abgerufen werden sollten. Zahlreiche arglose Verbraucher gerieten so in die Vertragsfalle und sahen sich kurze Zeit später mit Forderungen über 216 Euro konfrontiert. Im Juli erreichte eine Mahnwelle der Connection Enterprises Ltd. die Surfer, die bisher nicht gezahlt hatten. Schon damals erfolgte in beiden Fällen der Rat der Verbraucherzentrale, die Zahlung zu verweigern, da kein wirksamer Vertrag zustande gekommen war. Jetzt wird erneut der Druck erhöht. Die Deutsche Inkassostelle aus Eschborn verschickt zur Zeit massenhaft Mahnungen über einen Vertrag für das ‚Projekt Nachbarschaftspost‘ an die Verbraucher, die bisher die Zahlung verweigerten. Das gleiche Vorgehen beobachtet die Verbraucherzentrale bei den Anbietern der Seiten ‚mega-downloads‘ und ‚opendownload‘. Hier arbeiten die Internetanbieter ebenfalls mit Anwälten und Inkassobüros zusammen, um den Druck auf Verbraucher zu erhöhen. Brigitte Sievering-Wichers von der Verbraucherzentrale: „Betroffene sollten sich durch die Schreiben von Inkassobüros und Anwälten nicht einschüchtern lassen. Eine Forderung muss nicht beglichen werden, wenn kein rechtswirksamer Vertrag zustande gekommen ist.“

Die Verbraucherzentrale hält Musterbriefe für Betroffene bereit. Vom Gesetzgeber fordert sie endlich Regelungen, dass nur bei einer deutlichen Preisinformation sowie einer ausdrücklichen Zustimmung des Verbrauchers zur Kostenpflicht ein gültiger Vertrag im Internet zustande kommt. Nur so ist ein besserer Schutz vor der immer weiter ausufernden Abzocke durch Vertragsfallen im Internet möglich.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.
Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg
13.11.2008

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